Halbzeit beim 5. Meereswettbewerb „Forschen auf See“: Denkanstöße für die
Forschung
Hamburg/Scharhörn, 12. August 2010. Mit spannenden Ergebnissen und Eindrücken sind die ersten drei Schülerteams von ihren Forschungsausfahrten auf der ALDEBARAN nach Hause zurückgekehrt. Die meisten Jungforscher haben untersucht, wie eingeschleppte Tierarten sich durch den fortschreitenden Klimawandel im Wattenmeer immer wohler fühlen und einheimische Arten verdrängen. Zur Zeit erforscht ein Team die Verbreitung von winzigem Plastikmüll, der die Mägen der Fische zwar füllt, sie aber nicht satt macht und so eine zunehmende Gefahr für sie darstellt. Begleitet von erfahrenen Wissenschaftlern renommierter Institute haben die Schülerteams die einmalige Gelegenheit, Meeresforschung und das Meer einmal ganz nah und mit anderen Augen zu erleben und mit ihren Ideen Denkanstöße auch für die etablierte Forschung zu liefern.
Das Team aus Bad Bederkesa vor dem Abmarsch zur Feldarbeit: Katharina und Anna mit ihrem Wissenschaftspaten Christoph und ihrem Science Coach Kristin.
In dieser Woche erforscht das Küstengymnasium Neustadt den Einfluss des Tourismus auf die Wasserqualität in der Nordsee mit ersten Teilergebnissen: Die Wasserqualität der Nordsee ist an den untersuchten Stellen besser als erwartet. Problematisch ist für die Schülerinnen, den mikroskopisch kleinen Plastikmüll von den vielen anderen Planktonteilchen zu unterscheiden.
Heute ist das Hamburger Forschungs- und Medienschiff ALDEBARAN unterwegs vom Hamburgischen Wattenmeer bei Neuwerk zur Vogelinsel Trischen im schleswig-holsteinischen Wattenmeer mit dem Ziel Büsum.
Ab kommenden Sonntag wird sich ein Team aus Rinteln zu den Muschelbänken im schleswig-holsteinischen Wattenmeer aufmachen. Ende August gehen Schüler des Gymnasiums Farmsen aus Hamburg an Bord und vergleichen das Plankton zwischen Nord- und Ostsee. Die letzte Gruppe kommt aus Bielefeld und untersucht, wie sich Algen an die Verhältnisse in ihrem Lebensraum Ostsee anpassen. Alle Teams werden ihre Ergebnisse im November in Hamburg vor einer hochkarätig besetzten Jury präsentieren.
Damit die Forschungsexpedition auch zu Hause erlebt werden kann, begleiten Journalisten die Schüler an Bord und berichten beeindruckt vom Enthusiasmus der jungen Forscher über deren Erlebnisse. Sie erleben auch, dass der Forscheralltag anstrengend und zeitraubend sein kann, wenn die Schüler noch bis tief in die Nacht unter dem Binokular Organismen vermaßen, fotografierten und beobachteten.
Der Meereswettbewerb „Forschen auf See“ findet 2010 zum fünften Mal statt und wird von den Ländern Hamburg und Niedersachsen ausgerichtet. Eine finanzielle Unterstützung kommt von der Joachim Herz Stiftung und Panasonic sowie weiteren Partnern und Sponsoren. Durch die modernen Multimedia-Einrichtungen an Bord der bis Mitte Juli runderneuerten ALDEBARAN sind die Forschungsexpeditionen für die Öffentlichkeit im Radio, Fernsehgerät und über das Internet direkt erlebbar. Der Wettbewerb endet am Freitag, den 3. September, mit einer Pressekonferenz in Kiel. Die Preisverleihung der Nachwuchsforscher findet im Herbst 2010 statt.
Weitere Informationen und Bildmaterial in Druckauflösung finden Sie unter www.meereswettbewerb.de im Pressebereich und auf Facebook. Weitere Fotos und TV-Material in HD-Qualität sind auf Anfrage erhältlich. Die Mitfahrt von Journalisten ist möglich.
Verdrängt die asiatische Viereckskrabbe die Gemeine Strandkrabbe? Diese Frage versucht das Schülerteam der Berufsbildenden Schulen Walsrode an Bord des Hamburger Medien- und Forschungsschiffes ALDEBARAN in der Nordsee zu klären. Fünf Tage werden die Schülerinnen Frauke und Alea gemeinsam mit ihrer Wissenschaftspatin Alexandra Markert (Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven) im ostfriesischen Wattenmeer und an Bord der ALDEBARAN arbeiten. Das Forschungsprojekt ist ein wichtiger Baustein im Rahmen des Internationalen Jahres der Biologischen Vielfalt der Vereinten Nationen, die den fünften Meereswettbewerb als offiziellen Bestandteil aufgenommen haben. Mit modernster Medien- und Labortechnik wie Unterwasserkameras versucht das Schülerteam herauszufinden, in wie weit die vermutlich durch den Klimawandel eingewanderte asiatische Viereckskrabbe die heimische Strandkrabbe verdrängt. Mit der wissenschaftlichen Arbeit an Bord wird das Team über die Medien auch die Öffentlichkeit für die aktuellsten Auswirkungen des Klimawandels im Ökosystem Meer sensibilisieren und Interesse für naturwissenschaftliche Berufe wecken.
Videos der ersten drei Gruppen:
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